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Gemeinschaft

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Dieser Artikel ist einer der „4 Schritte auf dem Weg der Nachfolge“, siehe Übersicht:


Als Nächstes möchte ich Dir ein Handy zeigen. Es steht für Gemeinschaft. Jesus möchte nicht, dass Du auf Deiner Wanderung allein bist. Er ist bei Dir, natürlich, aber Er möchte auch, dass Du mit anderen Jesus-Nachfolgern Kontakt hast. Dass Du mit ihnen redest, Dich mit ihnen austauschst.

Dieser dritte Teil ist einiges länger geworden als die anderen Teile. Das liegt daran, dass das Thema „Gemeinschaft“ sehr umfangreich ist und es sehr viele weitere Themen enthält. Deshalb haben wir darin die meisten weiteren Themen nur ganz kurz behandelt.

Was Gemeinschaft mit anderen Christen ist, warum Du sie brauchst und wie Du gute Gemeinschaft finden kannst, wirst Du im Folgenden erfahren.

„Was ist Gemeinschaft mit anderen Christen?“

Gemeinschaft mit anderen Christen kann in einer Gemeinde sein. Es kann aber auch ein Hauskreis sein. Wo Du Dich mit Christen zuhause triffst und ihr gemeinsam in der Bibel lest, zusammen betet etc.

 „Aber warum gibt es heutzutage so viele unterschiedliche christliche Richtungen?“

Obwohl sich alle Christen einig sind, dass Jesus unser Retter ist, unterscheiden sie sich trotzdem häufig in einzelnen Glaubensfragen. Das kann sehr verwirrend sein, besonders für jemanden, der noch frisch im Glauben ist. Schon sehr früh kam es unter den Gläubigen zu Spaltungen, d.h. zu unterschiedlichen Lehren und großen Missständen, wie man auch in den Briefen der Apostel lesen kann (z.B. in 1. Korinther 1,10-17; 1. Korinther 11,17-34; 1. Korinther 14; Galater 3,1-3; Hebräer 5,11-14). Gerade deshalb ist es ja wichtig, die „Anfangsgründe“ der Lehren von Jesus zu kennen (s. Hebräer 5,12). Wenn Du erkennst, was die Grundlagen waren, dann siehst Du sozusagen die „Wurzeln“ und kannst Dich daran orientieren.
Auch später ging im Verlauf der Kirchengeschichte vieles fälschlicherweise verloren. Mehr dazu kannst Du auch in einem Artikel unserer Internetseite lesen: Zurück zu den WurzelnKommt noch – (Eine kurze Übersicht über schlechtes und gutes Wachstum in der Kirchengeschichte).

Im Laufe der Zeit sind aber viele Kirchen, Gemeinschaften, Verbände usw. entstanden. Da es so viele verschiedene christliche Richtungen gibt, ist es wichtig zu verstehen, wie die ersten Christen Gemeinschaft hatten. Denn so wie diese erste Gemeinschaft war, sollte sie auch für uns heutzutage (wieder) sein.

„Was war Gemeinschaft für die ersten Christen?“

Deshalb wollen wir schauen, was Gott in der Bibel im Neuen Testament zu diesem Thema sagt. Darin können wir vieles darüber lesen, wie die Jünger von Jesus und die gläubig gewordenen Menschen Gemeinschaft miteinander hatten. Und das zeigt uns auch, wie „Kirche“ oder „Gemeinde“ nach dem Herzen Gottes aussehen sollte. Schauen wir uns das doch einmal näher an:

Jesus ist der Fels

Als Jesus mit Simon Petrus sprach, sagte Er:

„Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.“
(Matthäus 16,18 SLT)

Nicht nur in dieser, auch in anderen Bibelstellen wird deutlich, dass Jesus der Fels und somit auch das Fundament der Gemeinde ist (s. Römer 9,33; 1. Korinther 10,4; 1. Petrus 2,8). Und niemand kann einen anderen Grund legen als der, der gelegt ist: Jesus Christus (s. 1. Korinther 3,11). Und wenn die Gemeinde auf einem anderen Grund errichtet wird, als auf Jesus und Seinen Worten, dann hat sie keinen Bestand (s. Matthäus 7,24-29).
Jesus drückte das in Seiner Aussage an Petrus auch so aus. Aber wir verstehen Seine Aussage besser, wenn wir den Satz im griechischen Urtext ansehen. Denn Jesus gebraucht in diesem Satz ein Wortspiel in der griechischen Sprache! Das griechische Wort „Petros“ bedeutet „Stein“. Aber das griechische Wort „Petra“ bedeutet „Felsen“ oder „großer Stein“.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Jesus in der dritten Person spricht, wenn Er über den Felsen als sich selbst spricht. Auch in vielen Seiner anderen Aussagen benutzt Er diese Redeform, z.B. als Er über sich selbst als den Menschensohn (s. z.B. in Matthäus 24,27) oder als den Sohn Gottes sprach (s. z.B. in Johannes 3,14-21). Jesus sprach aber auch  in der ersten Person über sich selbst, z.B. sagte Er „Ich bin das Brot des Lebens“ (s. Johannes 6,35) und andere „Ich bin“-Worte. Jesus hätte in Seinen Worten an Petrus daher auch anders formuliert sagen können: „Ich bin der Felsen und auf Dir, einem Stein, will ich meine Gemeinde bauen.“
In Johannes 1,42 wird beschrieben wie Petrus zu Jesus kam. Jesus sagte zu ihm: „Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen.“ Das Wort „Kephas“ ist aramäisch und heißt „ein Stein“.
Noch deutlicher wird das, wenn wir erkennen, dass alle andere Gläubigen von Gott auch als „lebendige Steine“ gesehen werden:

Dass Jesus der Felsen und das Fundament ist, bedeutet, dass es nicht um unterschiedliche Lehrmeinungen geht, sondern um Sein Wort und Seine Wahrheit. Es bedeutet, dass Jesus das Oberhaupt der Gemeinde ist und dass Er selbst Seine Gemeinde trägt und erhält. Und es bedeutet, dass darauf nur die Werke Bestand haben, die Er für uns vorbereitet hat. Es bedeutet außerdem, dass unser Heil nicht aus einer bestimmten Kirchenzugehörigkeit entspringt, sondern aus Jesus selbst. Unsere Rettung kommt durch die Lebensübergabe an Jesus und nicht durch „Christsein auf dem Papier“.

Weiter sagte Jesus zu Petrus:

„Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.
(Matthäus 16,19 SLT)

Der Schlüssel, von dem Jesus sprach, galt nicht nur für Petrus. Mit diesem Schlüssel ist die Vollmacht gemeint, die Jesus jedem Christen überträgt: Zum Beispiel die Vollmacht Dämonen auszutreiben und Krankheiten zu heilen (s. Markus 16,17-18). Das gilt also für alle Christen, nicht nur für einzelne Leiter oder Dienste.
Aber dass Jesus diese Worte speziell an Petrus richtete, hat noch eine weitere Bedeutung. Petrus war der erste, der an Pfingsten die Rede an die Nichtgläubigen richtete (Apostelgeschichte 2,14-36), die sich daraufhin bekehrten (s. Apostelgeschichte 2,37-47). Das war die offizielle Entstehung der Gemeinde. Petrus war wie die anderen ersten Apostel wie „Säulen“ auf dem Fundament (Jesus), auf der die erste Gemeinde entstanden ist.

Und wir sind Seine lebendigen Steine

In 1. Petrus 2,4-10 werden alle Gläubigen als „lebendige Steine“ bezeichnet, die gemeinsam ein „geistliches Haus“ bilden:

„so laßt auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“
(1. Petrus 2,5 SLT)

Dieses „geistliche Haus“ ist die weltweite Gemeinde aller Christen, die auf Jesus, dem Fundament, gegründet ist (s. auch Epheser 2,19-22).
Mit den „geistlichen Opfern, die Gott wohlgefällig sind“, sind in erster Linie wir selbst gemeint (s. Römer 12,1). Aber dazu gehören auch gute Werke. Allerdings sind damit weder eine religiöse Leistung aus Selbstanstrengung gemeint, noch dass von den Werken unser Heil abhängig wäre. Wir sind aus Glauben errettet, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme (s. Epheser 2,8-9). Es sind damit die Werke gemeint, die „Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen“ (s. Epheser 2,10). Es sind sozusagen die „Bauteile“, zu denen Gott jeden einzelnen beruft. Wenn wir aber Werke aus eigener Vorstellung oder eigener Anstrengung bauen, ohne dazu von Gott berufen zu sein, dann sind sie wie Bauteile aus Holz, Heu oder Stroh, die keinen Bestand haben (s. 1. Korinther 3,12-23). Treffend heißt es auch in Psalm 127,1: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen“.
Jeder von uns kann Gott fragen, was seine „Bauteile“ sind, die Er uns geben will. Der Heilige Geist gibt uns dazu Seine Kraft. Es ist nicht zu schwer, dass wir Seine Aufgaben nicht tragen könnten (s. Matthäus 11,28-30). Jesus will uns damit helfen, denn Er selbst ist ja der Baumeister.

„Was bedeutet ‚Gemeinde‘ oder ‚Kirche‘ eigentlich?“

Denn ein „Christ“ ist nicht jemand, der dazu erzogen oder kulturell aufgewachsen ist. Sondern: Christen sind diejenigen, die in ihrem Leben eine bewusste Entscheidung für Jesus getroffen haben.
Wir verwenden hauptsächlich den Begriff „Gemeinschaft“, da er verschiedene Arten von Treffen mit Christen beschreibt. Man kann aber auch in „Leib Christi“ und in „einzelne Gemeinden“ unterscheiden. Dazu gleich mehr.

Der Leib Christi

Alle Gläubigen weltweit werden auch als der Leib Christi bezeichnet (s. 1. Korinther 12,12-27; Römer 12,4-5; Epheser 4,7-16). Das ist ein Bild für unsere geistliche Einheit in Jesus. In Epheser 4,1-6 heißt es dazu:

„So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, daß ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid, indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, über allen und durch alle und in euch allen.“

Jesus betete für Seine Jünger und für alle Christen weltweit, dass wir unsere Einheit erkennen und darin leben sollen (s. Johannes 17). Es ist aber eine geistliche Einheit, die nur auf Jesus und Seinen Worten gegründet ist (siehe auch Abschnitt „Jesus ist der Fels“ von vorhin).
Zum Thema Einheit kannst Du auch im Artikel „Was ist Einheit?“ (Kommt noch) mehr dazu lesen.

Einzelne Ortsgemeinden

Neben dem Leib Christi als weltweite Gemeinde gibt es auch einzelne Gemeinden bzw. Ortsgemeinden. Das sind die einzelnen Treffen der Christen. Wie diese bei den ersten Christen aussahen, sehen wir im Folgenden.

Die himmlische Familie

Wer Jesus sein Leben übergeben hat, der wird geistlich in die himmlische Familie hineingeboren. Das bedeutet, dass wir Christen alle Geschwister im Geist sind und wir den gleichen Vater, Gott, haben.
„Familie“ bedeutet aber auch, dass alle Familienmitglieder dazugehören und keiner ausgestoßen oder benachteiligt wird. Selbst zur damaligen Zeit der Jünger, als Frauen oft in der Gesellschaft unterdrückt wurden, ging Jesus mit ihnen wertschätzend um (s. z.B. Johannes 4,1-42; Lukas 7,36-50).
Und auch über die Kinder sagte Jesus, dass ihnen das Himmelreich nicht verwehrt werden soll (s. z.B. Matthäus 18,1-14; Matthäus 19,13-15; Matthäus 21,15-16). Wenn jemand Kinder hat, dann dürfen diese also auch in einem Treffen dabei sein. Die Kinder sollten aber zur Gemeinschaft nicht gezwungen werden, wenn sie nicht dabei sein möchten, weil auch für sie der freie Wille gilt.
Auf der Kinderseite findest Du dazu mehrere Artikel über und für Kinder und den Glauben.

„Wie oft trafen sich die ersten Christen?“

Die ersten Christen trafen sich sehr oft miteinander. Die meisten davon sogar „jeden Tag“ (s. Apostelgeschichte 2,44-47; Apostelgeschichte 5,42). Einen bestimmten Tag in der Woche, an dem sich die Gläubigen treffen sollen, gab es nicht. Weder am Sabbat noch an einem Sonntag (s. Kolosser 2,16-17). Aber die Gläubigen lehrten häufig am Sabbat in der jüdischen Synagoge, denn dort versammelten sich ja die Juden und Heiden, die noch nicht an Jesus als den Messias gläubig geworden waren (s. z.B. Apostelgeschichte 13,14-52). Der Tempel war für die ersten Christen also größtenteils ein „Missionsort“.

„Wo trafen sich die ersten Christen?“

Die Gläubigen waren also hauptsächlich zunächst im Tempel in Jerusalem und auch hauptsächlich in ihren Häusern (s. Apostelgeschichte 2,44-47).
Aber schon im Alten Testament wurde prophezeit, dass der Tempel zerstört wird (s. Daniel 9,25-27). Und auch Jesus kündigte das Seinen Jüngern an (s. Matthäus 24,1-2). Später, nachdem der Tempel zerstört wurde, trafen sich die Gläubigen – außer an öffentlichen Plätzen oder anderen Orten – hauptsächlich nur noch in ihren Häusern.
Nirgendwo heißt es in den Schriften, dass es Gottes Wille sei, dass ein neuer Tempel erbaut wird. Auch wenn Jesus wiederkommt, wird Er in keinem Tempel sitzen (s. Offenbarung 21,22). Stattdessen heißt es, dass unser Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist (s. 1. Korinther 3,16; 1. Korinther 6,19; Epheser 2,19-22). Und dass wir „lebendige Steine“ sind (s. 1. Petrus 2,5). Als Jesus am Kreuz starb, zerriss der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel (s. Markus 15,37-38). Jesus hat den Weg in Gottes Gegenwart frei gemacht. Das ist der große Unterschied im Neuen Bund. Es würde daher keinen Sinn mehr machen, einen neuen Tempel mit Allerheiligstem, Opferaltar etc. zu errichten. Gott will in Seinen Kindern wohnen, nicht in einem Gebäude.

Und Paulus lehrte 2 Jahre lang in einer Schule, um dort andere Christen zuzurüsten (s. Apostelgeschichte 19,8-10).

„Wie lange dauerte eine Versammung/Gemeinschaft der ersten Christen?“

Ein Treffen der ersten Christen dauerte vermutlich unterschiedlich lang. Es gibt im Neuen Testament dazu nirgendwo eine Anweisung, wie lange ein Treffen dauern soll. Aber da die Christen dem Wirken Gottes gegenüber offen waren, kann man davon ausgehen, dass sie sich auch bei der Dauer einer Versammlung vom Heiligen Geist leiten ließen. Es musste ja auch genug Zeit da sein, in der jeder Einzelne sich einbringen konnte. Dazu später nochmal mehr.
Als Paulus predigte, dauerte das einmal sogar mehrere Stunden (s. Apostelgeschichte 20,6-12). Aber so eine lange Rede kam nicht regelmäßig in einer Versammlung vor, sondern war im Rahmen seiner Dienstreise.

„Wieviele Personen gab es in einer Gemeinschaft der ersten Christen?“

Dazu wollen wir zuerst einmal eine andere Frage beantworten: „Ab wann spricht man eigentlich von einer ‚Gemeinde‘ oder ‚Gemeinschaft‘?“
Jesus sagte:

„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“
(Matthäus 18,20 SLT)

Jesus freut sich, wenn wir uns in Seinem Namen versammeln, um miteinander und mit Ihm Gemeinschaft zu haben. Er stellt sich also zu einer Gemeinschaft, auch wenn sie noch klein ist. Er sagte auch: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben.“ (Lukas 12,32 SLT). Diese Worte sprach Jesus zu Seinen Jüngern, zu einem Zeitpunkt, zu dem es die Gemeinde in der Form wie später nach Pfingsten noch nicht gab. Er ermutigte sie, weil Er die Anfänge schätzt. Auch wir sollen die „kleinen Anfänge“ nicht verachten (s. Sacharja 4,10).

Den ersten 12 Jüngern, die Jesus berief, lebte Er das Leben mit Gott und den Mitmenschen vor. Es folgten Ihm auch noch andere Menschen nach. Diese ersten Jünger waren sozusagen der „Vorläufer“ der späteren Gemeinde. Sie wurden so von Jesus gelehrt, was Gemeinde bedeuten sollte.
Nachdem Jesus wiederauferstanden und in den Himmel zurückgekehrt war, trafen sich die Jünger auf Seine Anweisung hin in einem Obergemach zum beten. Zu diesem Zeitpunkt waren es etwa 120 Personen (s. Apostelgeschichte 1,15). Auch das war bis dahin noch ein „Vorläufer“ der Gemeinde, die daraus noch entstehen sollte, denn der Heilige Geist war noch nicht auf sie gekommen. Aber dann, an Pfingsten, empfingen sie alle die Kraft des Heiligen Geistes und durch die Rede von Petrus bekehrten sich an dem Tag etwa 3000 Menschen. In Apostelgeschichte 2,47 heißt es sogar: „Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden„.
Nun könnte man denken, dass das eine beträchtliche Anzahl von „Gemeindemitgliedern“ war. Aber diese Gemeinde war die regionale Gemeinde im Ganzen, aus der mehrere einzelne Gemeinden entstanden. Diese erste Gemeinde breitete sich somit nicht innerhalb, sondern nach außen hin explosionsartig aus: Es entstanden daraus mehrere Gemeinden, die sich in den Häusern trafen. Das eigentliche Wachstum war nicht die Zahl der Mitglieder, sondern die Multiplikation der einzelnen Gemeinden. Denn die Gläubigen teilten sich auf, indem sie sich untereinander in verschiedenen Häusern trafen. Wenn sich Menschen zu Jesus bekehrten, dann kamen sie nicht in eine einzelne Gemeinde hinzu, sondern in eine der Gemeinden in den Häusern.
Die „Gemeinde“ im Großen und Ganzen (der Leib Christi) wuchs durch Evangelisation und Jüngerschaft: Es kamen neue Gläubige hinzu, diese wurden von anderen Gläubigen in der Jüngerschaft gelehrt, um andere Gläubige wiederum zu Jüngern zu machen usw.
Auch die Christenverfolgung tat einen Teil dazu, dass sich die Christen rasant ausbreiteten. Die Juden und Römer verfolgten die Christen, die sich auch dadurch zerstreuten und in anderen Orten und auch in anderen Ländern den Glauben weiter ausbreiteten.

Diese fruchtbare Multiplikation wurde wenige Jahrhunderte danach durch die eingeführte Staatsreligion unterdrückt. Die vielen daraus folgenden unfruchtbaren Gemeindestrukturen sehen wir noch heute.
Für die Anzahl der Gläubigen in einer einzelnen (!) Gemeinschaft, wie sie die ersten Christen hatten, heißt es deshalb nicht „größer ist besser“, sondern: „Weniger ist mehr“. Und: „Ein jeder habe etwas“. Mehr dazu auch im nächsten Abschnitt.

„Was machten die ersten Christen?“

„Ein jeder habe etwas“, was auf die geistlichen Gaben und geistliches Dienen bezogen ist. Jeder konnte sich einbringen. Das heißt z.B. dass man über aktuelle und persönliche Gebetsanliegen spricht und sich einander aufbaut. Auch konnte man in so einer Gemeinschaft füreinander beten und einander dienen, ohne dass für Einzelne keine Zeit mehr wäre. In solchen Zeiten kann jeder Christ Jesus erleben und geistlich wachsen.

Sie ließen sich vom Heiligen Geist leiten

In erster Linie ist der Heilige Geist der Leiter der Versammlung. Das bedeutet: Für die ersten Christen war es normal, dass jeder von ihnen Gottes Stimme persönlich hören kann. Jesus sagte auch schon, dass Er der gute Hirte ist und Seine Schafe Seine Stimme hören (s. Johannes 10,27). Auch eine Schafherde muss dem Hirten folgen können bzw. erkennen, wenn er sie führt. Die Gläubigen achteten darauf, was der Heilige Geist jedem von ihnen sagte und was Er in der Gemeinschaft tun will. Und es sollte auch Freiraum für das Wirken des Heiligen Geistes geben. In 2. Korinther 13,13 heißt es sogar: „Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. Er wurde als Person gesehen, die Er auch ist: Die dritte Person der Dreieinigkeit, den HERRN (s. z.B. in 2. Korinther 3,17-18). Bei Entscheidungen wurde darauf bewusst geachtet, wohin der Geist Gottes führt. So heißt es in einem Schreiben der Apostel sogar: „Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen,…“ (s. Apostelgeschichte 15,28).

Sie hatten von Gott eingesetzte Leiterschaft und Dienste

Auch bei der Erwählung von Leitern und Diensten wurde darauf geachtet, wie der Heilige Geist ein jeden berufen hat. Es wurde dabei nicht der weltliche Stand geachtet oder nach der weltlichen Ausbildung berufen, sondern ob die Person die dazu nötigen geistlichen Gaben, die geistliche Reife und ein Reden von Gott dazu hat (s. z.B. Apostelgeschichte 6,1-7; Apostelgeschichte 13,2-3).
Gott beruft Christen zu verschiedenen Diensten (s. 1. Korinther 12,12-31). Er beruft manche Gläubige zu Aposteln, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrern (s. Epheser 4,11-16). Er beruft auch Aufseher/Vorsteher/Bischöffe/Älteste (s. Philipper 1,1; Titus 1,5-9) und Diakone/Diener (s. Apostelgeschichte 6,1-7; Philipper 1,1; 1. Timotheus 3,8-13; Begriffe je nach Bibelübersetzung). Zu den Hirten gibt es im Neuen Testament keine Aufgabenbeschreibung. Sie sollen sehr wahrscheinlich eine seelsorgerliche Funktion haben (s. auch Jeremia 3,15; Hesekiel 34,1-31).

Die Funktionen der Dienste sind (sehr kurz gefasst) bei den…

Aposteln: Sie gründen neue Gemeinden und machen Jünger und trainieren andere Christen, Gemeinden zu gründen und Jünger zu machen.
Propheten: Sie geben Gottes Reden weiter und trainieren andere Christen, Gottes Stimme persönlich zu hören.
Evangelisten: Sie verkünden die Botschaft von Jesus und trainieren andere Christen, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.
Hirten: Sie helfen frischbekehrten und noch unmündigen Christen („Lämmern“) mit Seelsorge zur Mündigkeit und trainieren andere Christen, sich um diese seelsorgerlich zu kümmern.
Lehrern: Sie lehren biblische Wahrheiten und trainieren andere Christen, wie sie die Themen praktisch leben und vermitteln.
Aufsehern/Vorstehern/Bischöffen/Ältesten: Sie korrigieren die Versammlung (z.B. bei falschen Lehren, prophetischen Eindrücken etc.) und trainieren andere Christen in der Geisterunterscheidung.
Aber nicht nur diese, sondern alle anwesenden Christen müssen prüfen können, siehe auch 1. Korinther 14,29, 1. Johannes 4,1-6 und 1. Thessalonicher 5,20-22.
Diakonen/Dienern: Sie sind für Versorgung (Hilfeleistungen wie z.B. Essensausgabe) unter Armen, Waisen und Witwen (heutzutage evtl. auch unter Zwangsprostituierten, Flüchtlingen, Migranten etc.) zuständig und trainieren andere Christen in diakonischer Hilfsbereitschaft.

Von diesen Diensten können mehrere in einer Gemeinde vorhanden sein. In Epheser 4,11-16 stehen sie alle in der Mehrzahl. Auch von den Aposteln gab es nicht nur die 12 ersten Apostel, die Jesus berufen hatte, sondern später noch etliche weitere, die von Gott zu einem Aposteldienst berufen wurden, wie es ja auch aus Epheser 4,11 hervorgeht.
Es kann aber sein, dass in einer Gemeinschaft nicht alle dieser Dienste vorhanden sind, weil z.B. die Christen darin von Gott nicht zu allen Diensten berufen wurden. Es kann sein, dass noch weitere Dienste dazukommen, wenn die Gemeinschaft wächst. Oder es kann auch vorkommen, dass sich erst nach und nach herausbildet, zu was Gott jeden einzelnen berufen hat.

Es gab auch Frauen in diesen Diensten. Ein paar Beispiele: Phöbe war eine Diakonin (s. Römer 16,1-2). Das Ehepaar Priscilla und Aquila waren Mitarbeiter der Apostel und hatten eine Gemeinde in ihrem Haus (s. Apostelgeschichte 18 Verse 2, 18 und 26 ; Römer 16,3-5; 1. Korinther 16,19). Es ist von den Frauen Tryphena, Tryphosa (s. Römer 16,12), Maria (s. Römer 16,6) und von einer Persis (s. Römer 16,12) die Rede, die auch viel für das Reich Gottes gearbeitet hatten.
Jesus hatte ja auch neben Seinen Jüngern auch Jüngerinnen, die Ihm nachfolgten und dienten (s. Lukas 8,1-3). Frauen dürfen und sollen auch lehren, prophetisch reden und in allen anderen Geistesgaben dienen, wie die Männer auch. Denn in Christus gilt nun weder Mann noch Frau, sondern eine neue Schöpfung und zwar als Kinder Gottes (s. Galater 3,26-28; 2. Korinther 5,16-17).

Gott teilt heute noch diese Dienste aus! Die Aufgabe aller dieser Dienste ist es, den Leib Christi zuzurüsten. Das heißt im Glauben aufzubauen und zur geistlichen Mündigkeit zu trainieren, wie es auch in Epheser 4,11-16 steht. Niemand der Leiter oder Dienste soll andere unterdrücken, sondern in der Demut und Liebe Gottes aufbauen und helfen, geistlich weiter zu wachsen. Jesus selbst hat das Seinen Jüngern als Vorbild gezeigt, als Er ihnen symbolisch die Füße wusch (s. Johannes 13,1-16). Auch soll sich jeder Christ dem anderen unterordnen (s. 1. Petrus 5,5; Epheser 5,21).

Mehr über Leiterschaft auch in unserem Artikel „Die Gemeindestruktur, wie sie richtig aussehen sollte“ (Kommt noch).

Wichtig ist, dass sich jeder Christ Zeit nimmt, Gott persönlich zu fragen, was seine Berufung ist. Zum Thema Berufung findest Du auch auf unserer Internetseite erklärende Beiträge, z.B. im Artikel “Wie finde ich meine Berufung?”. Dort eine Übersicht mit weiteren Artikeln zum Thema.
Wenn ein Christ von Gott zu keinem dieser Dienste berufen ist, dann hat er von Gott eine andere Berufung (z.B. in der Berufswelt, in der Familie, in der Mission, im Reisedienst etc.). Er darf und soll sich trotzdem mit den (Geistes-)Gaben von Gott einbringen. Dazu gleich mehr unter der nächsten Überschrift.

Sie konnten sich mit den (Geistes-)Gaben einbringen

Neben den Diensten, zu denen Gott jeden Einzelnen erwählt, gibt es auch die Gnadengaben/Geisteswirkungen/Geistesgaben bzw. Gaben des Heiligen Geistes (s. 1. Korinther 12-14). Gott teilt auch heute noch diese Geistesgaben aus. Sie werden, wie auch die Dienste, erst dann aufhören, wenn Jesus wiederkommt (s. 1. Korinther 13,8-13).

Eine (sehr kurz gefasste) Beschreibung der Geistesgaben: 

Wort(e) der Weisheit: Ein Christ kann mit dieser Gabe in einer Situation mit Weisheit reden oder handeln, die er nicht von sich selbst, sondern von Gott hat. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Wort(e) der Erkenntnis: Ein Christ kann mit dieser Gabe zu einer Situation Informationen von Gott bekommen, die er selbst nicht wusste. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
(Der Unterschied zur Gabe der Weisheit: Die Gabe der Weisheit dagegen hilft, mit den Informationen oder einer Situation, die der Christ aus dem Natürlichen schon weiß, richtig umzugehen.)
Glauben: Ein Christ mit der Gabe des Glaubens hat eine feste Überzeugung, dass etwas bestimmtes von Gott eintritt. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Gnadengaben der Heilungen/Heilungsgabe: Ein Christ mit der Gabe der Heilung dient in größerem Maß kranken Menschen mit Handauflegung. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Wirkungen von Wunderkräften/Wunderwirkung: Ein Christ mit der Gabe der Wunderwirkung erwartet und erlebt verschiedene Wunder von Gott. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Weissagung/Prophetie/Prophetische Rede: Ein Christ mit der Gabe der Prophetie empfängt in größerem Maß Gottes Reden und gibt es an andere weiter. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Geisterunterscheidung: Ein Christ mit der Gabe der Geisterunterscheidung nimmt die geistliche Atmosphäre wahr und erkennt die Geister, ob sie aus Gott kommen. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Verschiedene Arten von Sprachen/Zungenrede: Ein Christ mit der Gabe der Zungenrede kann in einer neuen Sprache reden oder beten, die er von Gott bekommt und nicht selbst erlernt hat. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.
Auslegung der Sprachen/Zungenrede: Ein Christ mit der Gabe der Auslegung der Zungenrede kann von Gott die Auslegung bzw. Botschaft einer Zungenrede empfangen. Und er kann auch anderen Christen mit Lehre in dieser Gabe weiterhelfen.

Jeder Christ kann eine oder mehrere dieser Gaben bereits von Gott bekommen haben. Aber Gott fordert uns trotzdem auf, nach den Gaben zu eifern (s. 1. Korinther 12,31; 1. Korinther 14,1; 1. Korinther 14,12). Denn der Heilige Geist teilt diese Gaben aus, aber Er möchte gleichzeitig auch, dass wir Ihn darum bitten. Wir dürfen Ihn um weitere Gaben bitten. Wenn das nicht so wäre, dann dürften wir ja nicht darum eifern.
Somit kann jeder Christ in allen Gaben dienen, auch wenn er in ein paar Gaben größere Schwerpunkte hat! Und diese Gaben, in denen er häufiger dient, machen einen Teil seiner Berufung aus.

Weitere Gaben von Gott:

Außer den Geistesgaben teilt Gott auch weitere Gaben aus, die in 1. Korinther 12,12-31 und in Römer 12,3-8 erwähnt werden. Auch bei diesen Gaben geht es um geistliche Fähigkeiten, die von Gott gegeben werden. Es geht dabei nicht (!) um natürlich erlernte Kenntnisse, wie zum Beispiel weltliche Ausbildungen etc. Zwar können manche dieser Gaben wie z.B. Barmherzigkeit, schon „im Mutterleib“ von Gott gegeben worden sein, aber es ist nichts, was der Mensch aus eigener menschlicher Anstrengung selbst erlernt hat.

Dienst in der Gabe der Wunderkräfte
Dienst in der Gabe der Heilung
Dienst in der Gabe der Hilfeleistung
Dienst in der Leitung
Dienst in verschiedenen Sprachen (Zungenrede)
Ermahnung
Freigiebigkeit
Barmherzigkeit

Man kann auch noch folgende Gaben dazu zählen:
Gastfreundschaft

Zu dem Thema Geistesgaben findest Du auch auf unserer anderen Internetseite Prophetenschule.org unter Das Wirken des Heiligen Geistes weitere Artikel in Audio- und in Textform.

„Und was ist mit Gemeinschaft mit Nichtchristen?“

In manchen Kreisen ist es leider so, dass den Gläubigen geraten wird, jegliche „Kontakte zu der Welt“ abzubrechen. Manchmal sogar zu den eigenen Familienangehörigen. Und genau das ist falsch. Jesus hat uns Nachfolgern nicht gesagt, dass wir uns vor der Welt verstecken und abschirmen sollen. Stattdessen sind Seine Worte unmissverständlich klar:

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als daß es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
(Matthäus 5,13-16 SLT)

Wir Christen sind wie Salz, mit dem diese Welt mit dem Reich Gottes gewürzt wird. So wie eine Suppe ohne Salz nicht schmackhaft ist, so wäre diese Welt ohne Gott.
Auch streut man das Salz gut dosiert in ein Essen. Wenn Salz bei hoher Luftfeuchtigkeit längere Zeit aufbewahrt wird, dann verklumpt es. Genauso sollen wir uns wie Salstreuer von Gott in die Welt streuen lassen und nicht immer nur untereinander bleiben.
Gott selbst macht uns „schmackhaft“ und gibt uns Würze.

Auch wenn wir in dieser Welt sind, sind wir nicht von der Welt. Das heißt, das für uns Gottes Maßstäbe gelten und nicht die Maßstäbe der Welt (s. Römer 12,1-2). Es bedeutet, dass wir uns mit der Sünde nicht eins machen sollen (s. 2. Korinther 6,14-18). Das braucht Weisheit von Gott, wenn wir in der Schule, am Arbeitsplatz oder in einer Familie ohne Christen vor Herausforderungen stehen. Das bedeutet z.B. bei Gruppenzwang, Mobbing, Betrug, Lästern etc. nicht mitzumachen. In der Welt gibt es oft andere Werte, als sie Jesus uns vorgelebt hat.

Jesus hat uns vorgelebt, wie wir in dieser Welt leben sollen. Er lebte nicht etwa in einem Kloster oder hatte nur Kontakte zu Seinen Jüngern. Nein, Er zeigt uns, wie Sein Umgang mit den Menschen aus der Welt aussah: Er war mitten unter den Leuten und zeigte ihnen Gottes Liebe. Er verbrachte Seine Zeit mit den Ausgestoßenen, mit den Zöllnern, Prostituierten, mit den Kranken, mit Armen und mit Reichen. Er ging auch auf Feiern (s. Johannes 2,1-12). Er sprach auch mit den jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäern, aber durchschaute ihre Religiösität, dass sie Gottes Liebe nicht in sich hatten (s. Johannes 5,39-42). Jesus holte die Menschen immer dort ab, wo jeder von ihnen persönlich stand, um ihre Herzen zu erreichen.
Er will uns auch Seine Weisheit und Führung geben, um Nichtchristen mit dem Evangelium zu erreichen.

Zum Thema Evangelisation findest Du auch auf unserer Internetseite unter Evangelisations-Artikel eine Übersicht mit Beiträgen.

„Warum brauche ich Gemeinschaft mit anderen Christen?“

Erstmal ist es wichtig, dass die Gemeinschaft mit Gott an erster Stelle steht. So wie die Bibel nicht die Beziehung mit Gott ersetzt, so auch nicht die Gemeinschaft mit anderen Christen. Deshalb:

Pflege auch Deine persönliche Gemeinschaft mit Jesus

Habe auch persönliche Gemeinschaft mit Jesus. Lerne von Ihm, tanke bei Ihm auf, genieße die Zeit mit Ihm. In Psalm 23,1-2 (SLT) heißt es:

„Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.“

An diesem Vers wird auch deutlich, dass Jesus uns erfrischen will. Manches kann uns nur der HERR selber geben. Zum Beispiel die vertraute Zeit mit Ihm, in der Du Ihn mehr und mehr erkennst. Aber auch Persönliches, das Er Dir im Gespräch anvertrauen will. Du lernst mit Ihm auch, in erster Linie von Ihm abhängig zu sein und bei Ihm aufzutanken.
Jesus ist unser Freund und wir sind Seine Freunde. In einer Freundschaft verbringt man doch gerne die Zeit miteinander und lernt den anderen besser kennen.

In einem anderen Artikel unserer Internetseite “Wie komme ich in eine persönliche Begegnung mit Jesus?” findest Du auch mehr dazu, wie Du im Geist in Gottes Gegenwart gehen kannst.

Jetzt zur Frage, warum wir die Gemeinschaft mit anderen Christen brauchen:
Vorhin haben wir schon vieles dazu gesehen, wie die ersten Christen den Glauben gelebt haben. Daraus lässt sich schon schlussfolgern, warum die Gemeinschaft wichtig ist. Deshalb nochmal eine kurze Zusammenfassung:

 Warum Du Gemeinschaft mit anderen Christen brauchst

Du brauchst Gemeinschaft mit anderen Christen, um voneinander zu lernen.
Denn: Du möchtest Dich (doch bestimmt) mit anderen austauschen und sie z.B. fragen: „Was hast DU so mit Gott erlebt?“ oder: „Was bedeutet das und das in der Bibel?“ etc.

Du brauchst Gemeinschaft, in der Du andere Christen trainieren kannst.

Du brauchst Gemeinschaft, in der Du Deinen Dienst bzw. Deine Berufung (oder manchmal auch nur Teile Deiner Berufung) leben kannst.

Du brauchst Gemeinschaft,  in der Du auch in den (Geistes-)Gaben von Gott anderen dienen kannst.

Du brauchst Gemeinschaft,in der Du andere Gläubige ermutigen und trösten kannst.

Du brauchst Gemeinschaft, in der Du mit anderen Christen beten kannst.

Du brauchst Gemeinschaft, in der Du mit Deinen Geschwistern Gott anbeten kannst.

Und vor allem: Du brauchst Gemeinschaft, weil sie Deine himmlische Familie ist.
(Auch dann, wenn sie mal nicht so himmlisch aussieht.)

All diese Punkte sind daher auch eine Ermutigung für Dich in schwierigen Zeiten, wenn es mal nicht so reibungslos läuft.

Du brauchst auch Gemeinschaft mit Nichtchristen

Natürlich brauchst Du, wie vorhin schon gesagt, auch Gemeinschaft mit Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Es wäre unnatürlich, wenn eine Familie nur unter sich bleiben, aber nie Kontakte zu anderen Menschen haben würde.

Auch in den (Geistes-)Gaben, Diensten und Berufungen von Gott sollen ja nicht nur innerhalb von Christen, sondern auch an Nichtchristen gedient werden.

„Wie finde ich Gemeinschaft mit anderen Christen?“

Am Besten schaust Du Dich mal um, wo in Deiner Stadt oder in der Umgebung andere Christen sind, mit denen Du Dich treffen kannst. Wir möchten Dir dazu den Tipp geben, dass es wichtig ist, dass sie die Bibel als Grundlage haben und dass sie offen sind für den Heiligen Geist.

Das Wichtigste dabei aber ist, dass Du Gott dazu fragst und Dich von Ihm leiten lässt.

Frage Gott

Frage Gott, wo und mit wem Du Dich treffen sollst. Er kann zu Dir persönlich darüber sprechen. Er kann Dir auch einen Ort nennen oder Dir die Personen nennen.
Wie schon erwähnt, findest Du auch zu diesem Thema „Gottes Reden“ auf unserer Internetseite  erklärende Beiträge, z.B. im Artikel “Wie spricht Gott? Wie kann ich persönlich Seine Stimme hören?”. Dort eine Übersicht mit weiteren Artikeln zum Thema.

Menschen, die Du schon kennst

Es kann sogar sein, dass Du es schon gläubige Christen in Deinem Umfeld gibt, die Du kennst. Zum Beispiel in der Familie oder Verwandtschaft, aber auch in der Schule, Ausbildung, auf der Arbeit oder auch in einem Verein. Vielleicht ergeben sich mit diesen Personen Gespräche und Du merkst dabei, wo sie sozusagen „im Glauben stehen“. Gott kann Dir zeigen, ob Du Dich mit dem ein oder anderen öfters mal treffen kannst.

Lass Dich vom Heiligen Geist leiten

Wenn Du dazu erstmal nichts Konkretes hörst, dann lass Dich auf der Suche nach anderen Christen vom Heiligen Geist leiten. Es kann sein, dass Du unterwegs Menschen triffst und sich herausstellt, dass sie auch Jesus-Nachfolger sind. Frage Gott dann aber auch, ob Er Euch zusammengeführt hat und Ihr Euch ab und zu gemeinsam treffen könnt.

„Was, wenn eine Gemeinschaft mit anderen Christen aber nicht in allen Punkten übereinstimmt?“

Aber vielleicht stellst Du fest, dass eine Gemeinschaft oder einzelne Personen nicht (d.h. grundlegend nicht) dem entsprechen, wie die ersten Christen den Glauben gelebt haben. Was also tun, wenn Du in einer Gemeinschaft nur wenig geistlich wachsen kannst? Wenn Du zum Beispiel Geistesgaben oder Deine Berufung nicht ausleben darfst, weil es vielleicht ein Leiter oder das Leitbild der Gemeinschaft (gegen Gottes Willen) verbietet?

Dann solltest Du unbedingt Gott fragen, ob Du in der Gemeinschaft bleiben sollst. Frage Ihn persönlich und unabhängig von menschlichen Meinungen. Es ist wichtig, was Gott Dir persönlich sagt, besonders auch in Bezug zu der Berufung, die Er Dir gegeben hat. Wie schon gesagt, widerspricht Sein Reden dabei nicht der Bibel und Seinem Charakter.

Hast Du es von Gott klar bekommen, eine bestimmte Gemeinschaft mit anderen Christen zu meiden? Dann frage Ihn, mit welchen Christen Du Dich stattdessen treffen sollst.

Oder hast Du es von Gott klar bekommen, dass Du weiterhin in einer bestimmten Gemeinschaft bleiben sollst? Dann hat auch das einen Grund. Frage Ihn dann, „wozu“ Du in diesem Treffen sein sollst. Und was Er möchte, dass Du dort tust. Manchmal sind Seine Wege nicht einfach und wegen Umständen und Angriffen sieht es dann vielleicht genau wie das Gegenteil aus. Und dann fragt man sich, ob man an dem Platz noch richtig ist. Deshalb ist es gut, wenn Du weißt, was Er Dir dazu persönlich sagt. Gott kann Dir dort, wo die „Wüste“ ist, im Geist die „Oase“ zeigen. Wenn Du diese Vision verlierst, dann siehst Du nur noch die Wüste. Stell Dich deshalb auf das, was Er Dir gesagt und gezeigt hat. Dann hast Du auch mehr Frieden in den Zeiten, wo es schwer ist.
Gott möchte nicht, dass unsere Berufungen und (Geistes-)Gaben unterdrückt werden. Und Er möchte auch nicht, dass wir geistlich verhungern oder verdursten. Deshalb solltest Du Ihn auch fragen, wo Du selbst geistlich auftanken kannst. Bitte Ihn um Begegnungen mit Christen, die auch geistlich weiter wachsen wollen. Er kann es Dir zeigen.
Wenn Gott einen in die Wüste führt, wo man anderen dienen soll, dann gibt Er einem auch das Wasser mit. Der Heilige Geist ist in Dir. Und gerade das Trinken sollten wir alle nicht vergesen… So ein Dienst in der Wüste kann hart sein, aber Gott kann eine Oase daraus machen. Als Ermutigung haben wir hierzu auch einen Artikel geschrieben: „Wenn Gott Dir einen Dienst in der Wüste gegeben hat“ (Kommt noch).

Triff Dich auch mit anderen „gleichgesinnten“ Christen

Besonders wenn Du in solch einer Wüste bist, ist es hilfreich, wenn Du noch mit anderen Christen in Kontakt bist, die auf einer geistlichen Wellenlänge sind wie Du. Das heißt, dass Du zum Beispiel als Christ einen Dienst als Evangelist hast und es deshalb ermutigend sein kann, Dich darüber mit anderen Evangelisten auszutauschen. Es gibt gewisse Kämpfe und Herausforderungen in jedem Dienst, die ein Christ in einer anderen Berufung nicht immer verstehen kann. Deshalb kann es helfen, sich darüber mit Christen auszutauschen, die an einer ähnlichen „Front“ stehen. Auch Paulus konnte als Apostel mit den anderen Aposteln in seinem Dienst über manches sprechen, das er mit den anderen Christen nicht hätte besprechen können. So ist es auch in anderen Diensten oder Berufungen: Propheten können andere Propheten ermutigen, Apostel andere Apostel, aber auch Diakone andere Diakone,… etc. Wir können zwar auch von verschiedenen Diensten lernen, aber in manchen Bereichen ist es doch hilfreich, wenn man sich mit jemandem austauscht, der den Bereich auch selbst kennt.

Es gibt keine „perfekte Gemeinschaft“

Wir haben jetzt viel darüber erfahren, wie die ersten Christen Gemeinde gelebt haben.
Siehe BIbelvers Epheser 5,27 Die Braut ohne Flecken und Runzeln

Heißt das, das wir als Christen „perfekt“ sein müssen? Nein, denn nur Jesus war als Mensch perfekt. Und da Er weiß, dass wir alle unsere Fehler und Macken haben, verlangt Er das auch nicht von uns.
Aber die Grundlagen, wie sie auch die ersten Christen hatten, sollten wenigstens  weitgehend vorhanden sein.

Fazit

Man könnte dazu noch viel mehr sagen, wie die ersten Christen den Glauben gelebt haben. Aber das würde hier zu viel werden. Wir empfehlen Dir deshalb, in der Apostelgeschichte im Neuen Testament die Kapitel 1-28 einmal in Ruhe selbst zu lesen. Darin kann man den praktischen Glauben gut erkennen.
Auch zu weiteren geistlichen Themen, wie z.B. über das Abendmahl, über Gebet, Anbetung und vieles mehr kannst Du in den anderen Büchern im Neuen Testament lesen. Aber auch über den Glauben im Berufsleben, im Alltag, im Familienleben etc. können wir nachlesen, wie der Umgang damit aussah und aussehen sollte.

Wenn Du magst, kannst Du auch mal im Neuen Testament alle Bibelstellen mit dem Begriff „einander“ nachschlagen. Du kannst dazu einfach im Internet eine Online Bibel mit Suchfunktion nutzen (z.B. www.bibelserver.com). Viele dieser Bibelstellen mit dem Begriff „einander“ sind Bitten an uns Christen, wie wir miteinander umgehen sollten, z.B. „liebt einander“, „dient einander“, „vergebt einander“ und andere Aussagen. Es sind darunter auch ein paar Stellen, wie wir nicht miteinander umgehen sollten, z.B. nicht „einander verraten“, „einander richten“, „einander beißen und fressen“ und andere Aussagen.
Statt „einander“ könnte man auch noch nach weiteren Begriffen wie „gegenseitig“ etc. suchen.

Zum Thema „Gemeinde“ haben wir noch weitere Artikel geschrieben, die Du am Artikelende aufgelistet findest.
Und noch weitere Artikel über andere Themen findest Du unter den Jüngerschafts-Artikeln.

Wie könnte man „Gemeinde“ ganz kurz mit wenigen Worten beschreiben? Oder auch anders ausgedrückt: Wie könnte man „Gemeinde“ als Bild dastellen?
Nimm Dir mal einen Moment Zeit, um Gott dazu zu fragen. Vielleicht bekommst Du dazu ein paar Sätze, die Du formulieren oder ein Bild, das Du dazu malen kannst. Und wegen „richtig“ oder „falsch“: Frage Jesus dazu und lass Dir zeigen, wie Er Seine Gemeinde sieht.

Hast Du Ihn gefragt und es Dir von Ihm zeigen lassen? Bitte lies erst danach hier weiter…
Wenn Du etwas zu diesem Thema empfangen hast, dann fragst Du Dich vielleicht, ob es richtig oder falsch ist. Es geht nicht darum, dass Du exakt das gleiche Bild wie im Folgenden bekommst. Denn Gott kann Dir dazu auch etwas aus einem anderen Blickwinkel zeigen. So verschiedenen, wie Gott durch Seine Kinder wirkt, so verschieden können die Bilder dazu aussehen. Es sind verschiedene Puzzleteile von Gott, die aber ein ganzes Puzzle bilden.
Und dazu auch gleich zu unserem Bild von Gemeinde:

„Gemeinde“ bedeutet die himmlische Familie der Kinder Gottes, die mit ihren Gaben und Berufungen von Gott einander und der Welt in Liebe dienen. Gemeinde ist dabei eine Einheit, die sehr breit gefächert ist: So kann es sein, dass Du von Gott in einem bestimmten Bereich berufen bist und Dein Schwerpunkt deshalb darin liegt. Zum Beispiel kann bei einem prophetischen Dienst der Schwerpunkt mehr in der Gabe der Prophetie liegen, als in anderen Bereichen. Aber alle Christen dienen mit dem, was sie von Gott empfangen. Wie ein buntes strahlendes Mosaik, das Seine Herrlichkeit wiederspiegelt. Und Jesus selbst ist als lebendiger HERR in ihrer Mitte, mitten unter uns.

In Epheser 4,15-16 (LUT 84) heißt es:

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.“

 Come MFY


Weitere Artikel zum Thema Gemeinschaft:

Weil dieses Thema so umfangreich ist, gibt es dazu einiges mehr an Artikeln, auch zu weiterführenden Themen.

  • Zurück zu den Wurzeln
    (Kommt noch – Eine kurze Übersicht über schlechtes und gutes Wachstum in der Kirchengeschichte)
  • „Die Gemeindestruktur, wie sie richtig aussehen sollte“ (Kommt noch — auch im Artikel oben verlinkt)
  • Was ist Einheit? (Kommt noch — auch im Artikel oben verlinkt)
  • Wenn Gott Dir einen Dienst in der Wüste gegeben hat (Kommt noch — auch im Artikel oben verlinkt)
    (Ergänzend zum Abschnitt darüber, wenn eine Gemeinschaft grundlegend nicht dem entspricht, wie die ersten Christen den Glauben gelebt haben und Gott Dich aber dort hingeführt hat.)
  • “Die Fischer”
    (Darüber, dass wir Christen nicht nur Gemeinschaft untereinander haben sollen, sondern auch „in die Welt gehen“ (evangelisieren) sollen, so wie Jesus sagte: „Geht hin..!“ in Markus 16,15)

 

Weiterführende Beiträge: 

  • Das Wirken des Heiligen Geistes
    (Ergänzend, da wir auch in der Gemeinschaft mit anderen Christen die Geistesgaben praktizieren. Von unserer anderen Internetseite Prophetenschule.org, mit sehr vielen Artikeln zum Thema Heiliger Geist, Geistesgaben etc., in Audio- und in Textform)
  • “Wie finde ich meine Berufung?”
    (Ergänzend zum Abschnitt, dass Gott jedem Christen Gaben und Berufungen gibt. In dem Artikel gibt es auch weitere Beiträge zum Thema Berufung.)
  • Kinderseite
    (Als Ergänzung zum Abschnitt darüber, dass wir Christen eine Familie sind und deshalb auch die Kinder in der Gemeinschaft dabei sein dürfen, wenn sie möchten. Auf der Kinderseite findest Du mehrere Artikel über und für Kinder und den Glauben.)
  • Evangelisations-Artikel
    (Ergänzend zum Abschnitt über Gemeinschaft mit Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Dort findest Du eine Übersicht mit allen Artikeln dieser Internetseite zum Thema Evangelisation.)
  • Jüngerschafts-Artikel
    (Ergänzend zum Abschnitt über weitere Themen in der Nachfolge, z.B. über Abendmahl, Gebet, Anbetung und vieles mehr. Dort findest Du eine Übersicht mit allen Artikeln dieser Internetseite zum Thema Jüngerschaft.)

 


Dieser Artikel ist einer der „4 Schritte auf dem Weg der Nachfolge“, siehe Übersicht:


Viele weitere Artikel zum Thema Jüngerschaft/Nachfolge findest Du auch hier:

 


Link to the children’s article in German (Link zum Kinder-Artikel auf Deutsch):
Gemeinschaft (Kinderversion)


Link to the children’s article in English (Link zum Kinder-Artikel auf Englisch):
Fellowship (Children’s Version)


Link to the detailed article in English (Link zum ausführlichen Artikel auf Englisch):
Fellowship (Detailed Article)